117 - Mutig dass du die Kompression so trägst. Ich könnt das ja nicht

Shownotes

„Du bist so mutig, dass du das trägst." Diesen Satz kennst du vermutlich auch. Er ist fast immer nett gemeint und lässt mich trotzdem jedes Mal mit einem komischen Gefühl zurück. In dieser Folge nehme ich ihn einmal auseinander und frage, wann wir eigentlich Mut brauchen und was in diesem Kompliment unausgesprochen mitschwingt. Ich verspreche dir: Danach hörst du ihn mit anderen Ohren.


Du erfährst in dieser Folge:

► Warum ein gut gemeintes Kompliment trotzdem etwas Schiefes in sich trägt
► Wann wir wirklich Mut brauchen und warum Sichtbarkeit keine Mutprobe sein sollte
► Was eine Stilikone jenseits der 100 mir über Freude statt Mut beigebracht hat
► Was du stattdessen sagen kannst, wenn du jemandem eine Freude machen willst


Erwähnte Links / Shownotes:

→ Elastische Schnürsenkel (Lymphlaces) in Schwarz und Weiß im Shop: powersprotte.com


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Transkript anzeigen

00:00:00: Du bist so mutig, dass du das trägst.

00:00:02: Ich könnte es ja

00:00:03: nicht.".

00:00:04: Diesen Satz höre ich immer wieder und du sehr wahrscheinlich auch!

00:00:07: Und er ist fast immer nett gemeint – trotzdem stimmt etwas nicht an ihm.

00:00:11: Heute nehmen wir ihn einmal auseinander und ich verspreche dir, danach hörst du ihn mit anderen Ohren.

00:00:18: Moin Genuss-Sprottenflotte

00:00:20: und herzlich willkommen bei Mutmaschen dem Podcast für dein gutes Leben mit Kompression.

00:00:25: Ich bin Karoline Sprott, auch bekannt als die Powersprotte.

00:00:29: Die Mutti der Lippe dem Community und mit diesem Podcast möchte ich Menschen mit Lippedem und Lymphedem dabei unterstützen stressfrei ihr Selbstmanagement zu meistern um Schmerzen zu lindern und sich endlich wieder selbstbewusst und wohl in ihrer Haut

00:00:43: zu führen.

00:00:46: Der Satz geht ungefähr so, du bist so mutig dass du das so offen trägst.

00:00:50: Ich an deiner Stelle würde mich das nicht trauen.

00:00:52: Manchmal geht es da um farbige Kompressionen manchmal ob eine gemusterte Strumpfhose an kräftigen Beinen, manchmal um irgendwas auffälliges buntes Sichtbares.

00:01:03: und ich möchte gleich zu Beginn eines klarstellen die Menschen die das sagen mein es fast immer gut.

00:01:09: sie denken in dem Moment Sie machen mir ein Kompliment!

00:01:13: Sie bewundern etwas an mir.

00:01:15: Es steckt selten böse Absicht dahinter.

00:01:17: Im Gegenteil, aufsteckt sogar echte Anerkennung darin und das möchte ich vorweg schicken damit klar ist dass ich hier niemanden bloß stellen möchte oder es schlecht reden möchte aber trotzdem dieser Gedanke der macht da etwas mit einem oder?

00:01:34: Und ich habe lange gebraucht um zu verstehen was genau.

00:01:38: also lass uns einfach mal gemeinsam das ganze auseinander nehmen.

00:01:41: Wann braucht ein Mensch eigentlich Mut?

00:01:44: Mut braucht man für etwas, das ein Risiko bürgt.

00:01:47: Für etwas, dass Überwindung kostet.

00:01:49: Für was, das unangenehm werden könnte, das Blicke nach sich zieht, das vielleicht einen Urteil provoziert und niemand sagt zu dir du bist so mutig, dass heute Zähne geputzt hast.

00:02:01: Weil Zähle putzen kein Risiko ist!

00:02:03: Mut ist immer an die Idee einer Gefahr gekoppelt – an eine Hürde, die überwunden werden muss.

00:02:08: Und jetzt kommt der Punkt wenn mir jemand sagt es sei mutig Dass ich farbige Komposition trage oder dass sich mit meinem Bein eine auffällige Hose anziehe, dann sagt dieser Satz im selben Atemzug etwas mit.

00:02:21: Das gar nicht so richtig schön ist, er sagt nämlich eigentlich müsste man so einen Körper verstecken.

00:02:26: Eigentlich ist das was du zeigst ein Marke.

00:02:29: Du gehst ein Risiko ein in dem du ihn sichtbar machst.

00:02:33: Ich würde an deiner Stelle dieses Risiko nicht eingehen.

00:02:37: Das ist der Kern und das Kompliment lobt mich für etwas dass es in diesem Moment als Abweichung markiert und macht mich zu mutigen Ausnahme statt einfach zu einer Frau, die anzieht was ihr gefällt.

00:02:50: Der Satz stellt mich auf ein klares Podest und schiebt mich gleichzeitig in eine Ecke und er sagt du bist besonders weil du etwas tust das normalerweise niemand tun würde.

00:03:01: Darin steckt die leise Botschaft ,dass mein Körper eigentlich einen Grund zur Zurückhaltung wäre.

00:03:06: Deshalb ist das unbehagen, dass viele von uns bei diesem Satz spüren, kein zu viel an Empfindlichkeit und es ist ein ziemlich präziser Instinkt.

00:03:17: Und man spürt das in diesem netten Satz eine Annahme steckt die man nicht teilt – Die Annahmung dass dieser Körper sich rechtfertigen müsste Das Sichtbarkeit bei so einem Körper mutig ist und nicht einfach normal.

00:03:31: Ist dieses Satz übergriffig?

00:03:34: Ja ich würde ein anderes Wort dafür wählen und diese Überschneidungen sind wichtig.

00:03:39: Übergriffig klingt nach Absicht, nach Boßheit und dies ja fast nie da.

00:03:45: Darauf können wir uns doch einigen oder?

00:03:47: Ich würde sagen der Satz ist unbedacht!

00:03:50: Er isst ein Kompliment das nie zu Ende gedacht wurde.

00:03:53: Die Person hört ihre eigene Bewunderung Und nicht die Voraussetzung, die darin mitschwingt.

00:03:58: Genau deshalb möchte ich niemanden dafür einen Pranger stellen.

00:04:02: Ich möchte den Satz nur einmal umdrehen damit wir ihn alle von einer anderen Seite hören.

00:04:07: Ich habe einer Followerin, mit der ich mich damals unterhalten hab darüber die mir das erzählt hat dass es ihr passiert ist eine Sprachnachricht zurück geschickt und habe darin etwas gesagt was für mich der ganze Punkt ist.

00:04:30: Wenn man diese Fragen einmal laut ausspricht, merkt man doch wie absurd die Ausgangslage ist.

00:04:35: Kleidung ist eines der ältesten und schönsten Mittel mit denen Menschen sich ausdrücken.

00:04:41: Farbe macht Freude!

00:04:42: Farbe isst auch Zugehörigkeit – Muster machen Freude.

00:04:47: Etwas anzuziehen indem man sich schön fühlt….

00:04:50: …ist ein kleines Geschenk an sich selbst.

00:04:53: Und das soll auf einmal eine Mutprobe sein?

00:04:56: Ein

00:04:57: Wagnis?!

00:04:58: Etwas, das nur besonders tapfere Menschen sich erlauben dürfen?

00:05:04: Nein!

00:05:05: Das will ich nicht akzeptieren und ich will auch nicht dass ihr es akzeptiert.

00:05:09: Ich habe ihr damals von Iris Apfel erzählt.

00:05:12: Es schreibt sich Iris Apfe Und ich möchte sie auch euch ans Herz liegen weil sie für mich ein wunderbares Gegenbild ist.

00:05:24: Iris Apple war eine amerikanische Stilikone, die bis ins hohe Alter – bis über hundert Jahre!

00:05:30: Die knalligsten Farben.

00:05:32: Die größten Brillen.

00:05:33: Den auffälligsten Schmuck getragen hat.

00:05:36: Nicht weil sie mutig sein wollte sondern weil es ihrem Freude gemacht hat.

00:05:41: Weil es ihr Kunstausdruck ist.

00:05:43: Weil sie sich aus Farbe und Form und Stoff eine Kraftquelle gebaut hat.

00:05:47: Sie hat Mode getragen wie eine Kunstform Und sie hat sich dabei keine Sekunde gefragt, ob Sie sich das trauen darf.

00:06:11: Er ist jenseits der Fünfzig langsam so gekommen und das kenne ich.

00:06:26: Ich bin es noch nicht Anfang Fünfzig, aber ich glaube dass ganz viele von euch das auch kennen die verbringen so viele Jahre damit uns klein zu machen uns anzupassen uns unsichtbar zu halten weil wir Angst davor haben weil wir angst haben vor genau diesen blicken und diesen setzen.

00:06:43: irgendwann Und oft ist es erst zu spät kommt dieser moment indem man merkt, dass die Meinung anderer über den einen Körper einfach nicht mehr das Gewicht bekommen soll.

00:06:54: Dass man ihr so lange gegeben hat!

00:06:57: Ich möchte euch etwas sagen... Ihr müsst nicht bis fünfzig warten und wenn ihr schon über fünfzig seid und diese Stärke erst gerade findet dann ist es nicht zu spät sondern genau richtig.

00:07:09: Es ist nie zu späht Sich zu entscheiden was man anzieht Was einem gefällt Und noch was.

00:07:15: Falls sie zu dem Menschen gehört die selbst schon mal gesagt haben, oh das ist aber mutig.

00:07:19: Dann ist das überhaupt kein Grund für ein schlechtes Gewissen?

00:07:22: Ihr habt es nett gemeint und das weiß ich!

00:07:25: Ich lade euch nur dazu ein beim nächsten Mal vielleicht etwas anderes zu sagen.

00:07:28: zum Beispiel da steht dir wundervoll oder diese Farbe liebe ich an dir Ein Kompliment dass nicht die Frage nach dem Mut aufmacht sondern einfach die Freude teilt.

00:07:40: Das ist der ganze Unterschied und er ist so klein und so groß zugleich Der auch klein und groß ist, sind die elastischen Schnürsenkel in meinem Online-Shop.

00:07:49: Ein kleiner Tipp am Rande!

00:07:51: Weil er immer wieder viel zu kurz kommt... Diese elastische Schnürsänke, die kannst du in der Reha anziehen wenn du gewickelt wirst oder wenn dir deine Schuhe irgendwie zu klein wirken Wenn du sie ansiehst und die Kompression währenddessen anhast.

00:08:04: Das sind Elastische Schneursänke und da ist so eine kleine Kapsel dran.

00:08:07: Du musst diese Schuhe dann nie wiederbinden und du kannst einfach reinschlüpfen.

00:08:11: Du hast trotzdem sicheren Halt, ich kann es dir so sehr ans Herz legen!

00:08:14: Ich liebe

00:08:15: sie!".

00:08:15: Und selbst mein Lymph-Therapeut hat sämtliche Schuhen mit diesen Schnürsenkeln ersetzt.

00:08:22: Und das ist nur Senkelersetzt, ne?

00:08:23: Weißt du was ich

00:08:24: meine?!

00:08:24: Ach Mensch... Es ist doch für mich auch die sechste Stunde hier.

00:08:28: Wenn du auch diese geilen Lymphlaces haben, wieest du die elastischen Schnürsänke von Powersprottel.

00:08:33: Dann schau doch mal auf powersprottelpunkten vorbei.

00:08:36: Dort findest du sie in Schwarz und Weiß.

00:08:38: Und sie erfreuen sich großer Beliebtheit, also schnappst ihr dir am besten so lang Sie auf Lager sind!

00:08:45: Ich komme also zum Ende und ich möchte mit dem Gedanken schließen der für mich alles zusammenfasst.

00:08:50: Sichtbar zu sein ist kein Wagnis und dein Körper ist kein Marke.

00:08:55: Ich möchte nicht dass es Mut erfordert ihn zu zeigen.

00:08:58: eine Strumpfhose ist eine strumpf Hose.

00:09:00: Farbe ist Farbe und beides darf einfach nur schön sein.

00:09:03: wir müssen aufhören dieses anziehen, zu einer Prüfung zu machen die nur die tapfasten bestehen.

00:09:10: Denn am Ende geht es genau darum und das ist mein Satz für heute den ich euch mitgeben möchte Mode ist Freude keine Mutprobe.

00:09:17: zieht an was euch glücklich macht.

00:09:19: ihr braucht dafür kein mut ihr braucht da für nur die erlaubnis Und die gebt ihr euch am besten selbst.

00:09:26: und nun geh raus und wachst über dich hinaus und ich komm mit.

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